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To Rome With Bike – Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien 9. Juli 2013

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To Rome With Bike – Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien, Route: Horn  nach Wien  (465 km Gesamt)

BildHeute wache ich mal um 6 Uhr auf, begleitet vom Läuten der diverser Glocken, die offenbar in der Basilika beheimatet sind. Kurz vor sieben nutze ich noch schnell die Gelegenheit, um das Gotteshaus fotografisch zu erfassen. Die Türe ist allerdings verschlossen. Als ich gerade wieder zurück und zum Frühstück gehen will, treffe ich die – ja wen eigentlich? Ich nahm zu dem Zeitpunkt einfach an, es wäre die Frau des Pfarrers, aber bei Katholiken ist das ja eigentlich anders. Egal, sie hat einen riesigen Schlüssel in der Hand. Ich sage, dass das Licht jetzt bestimmt schön in die Kirche scheint, und sie erwidert, dass sie gleich aufschließt und Bildich es mir anschauen kann. So komme ich um 7 Uhr in den Genuss des Privilegs, die Basilika ganz für mich allein zu haben. Sie ist tatsächlich sehr schön von innen anzuschauen. Zum Abschied werde ich noch zur Messe halb 8 eingeladen, was ich jedoch dankend ablehne. Immerhin muss ich ja noch weiter!

BildBeim Frühstück setzt sich dann der Wirt zu mir und taut noch weiter auf. Wir kommen ins Gespräch über meine Tour und er eröffnet mir, dass er für nächstes Jahr geplant hat, auf dem Jakobsweg zu wandern. Da ich neulich erst den Film „Dein Weg“ gesehen habe, bin ich vorbereitet und gebe eine Schätzung von einem Monat ab. Er winkt ab und meint, dass man eher 2 Monate bräuchte. Als das Gespräch auf sein Gasthaus fällt, erfahre ich, dass er den Hof schon seit 40 Jahren hat und er deshalb auch nur schwer weg kann. Aber die Pilgertour ist fest eingeplant, zwinkert er mir zu.

BildNach dem ganzen Vorgeplänkel könnte es ruhig auch mal an die Arbeit bzw. das Radeln gehen, was? Mit einiger Verzögerung starte ich schließlich halb 9 gen Wien. Theoretisch sind das 85 Kilometer, noch dazu ohne nennenswerte Steigungen, also geradezu ein Spaziergang im Vergleich zu den letzten Tagen. Praktisch… gibt es keine Pointe hier, es ist wirklich vergleichsweise einfach, nur 15 Kilometer mehr brauche ich doch noch. Das kommt hauptsächlich von einer spontanen Routenänderung: weg von der Bundesstraße und hin zum Donauradweg. Ja, der fährt sich wirklich 1a. Und er ist auch noch hervorragend ausgeschildert, so dass ich nicht mehr ständig anhalten und navigieren muss. Der Verkehr lässt auch wenig zu wünschen übrig, ganz im Gegensatz zum Elberadweg zwischen Dresden und Pirna beispielsweise. Allerdings gucken die meisten Gestalten auf zwei Rädern grimmig drein und ein freundliches Nicken wird auch von niemandem erwidert. Das war abseits der Radwege noch anders, wo man nur ab und zu einen Radler getroffen hat. Dafür merke ich wieder einmal, als ich den Fluss entlangradele: So schön die Landschaft bis zur Donau auch war – mich macht viel mehr das Wasser in der Nähe glücklich. Dabei ist es egal, ob es nun ein kleines Bächlein am Straßenrand ist oder ein großer Fluss. Es fühlt sich einfach schöner an und die kühlende Brise von der Donau tut an diesem Tag auch das ihrige.

BildIn Wien angekommen, fahre ich mit einigen, bereits einkalkulierten Umwegen zum zuvor von unterwegs gebuchten Hotel. Dazu gleich noch mehr, nur Geduld. Das Fahrradnetz in Wien ist jedenfalls sehr gut ausgebaut; man kommt gut voran und viele wichtige Orte (Bahnhöfe, Sehenswürdigkeiten) sind extra ausgewiesen. Ich fahre die Mariahilfer Straße entlang, an der wir vor knapp einem halben Jahr schon einmal für einen Wien-Urlaub untergekommen waren. Weiter bis zur Linzer Straße, wo das Hotel „Rustler“ auf mich wartet.

Das Hotel ist eigentlich nur meine… vierte oder fünfte Wahl gewesen. Zuvor hatte ich auf Wimdu (kann ich nur empfehlen, um preiswerte Unterkünfte in super Lage zu finden) nacheinander zwei Unterkünfte angefragt, die beide abgelehnt wurden. Vielleicht ist manchen Gastgebern ein Radler für zwei Tage aber auch nur zuviel Arbeit… Auch ein Social Media Aufruf brachte nichts und die Zeit drängte langsam (2 Tage zuvor). Also suchte ich ein günstiges Hotel und fand dieses, welches mit einem Sonderangebot lockte: 58 Euro für zwei Nächte, dafür mit Sanitäranlagen auf dem Flur. Was mir nicht so viel ausmacht. Die nächsten Angebote gingen bei 80+ los, also klarer Fall.

BildIm Hotel werde ich sehr freundlich empfangen. Im Anmeldeformular, welches die nette Rezeptionistin für mich ausfüllt, wird nach dem Beruf gefragt und da ihr Chef da sehr pingelig ist, bittet sie mich um Auskunft. Auf die Aussage hin, dass ich Informatiker sei, ruft sie freudestrahlend „Ah, ein EDV-Fuzzi! Ich darf das sagen, mein Freund ist auch einer.“ Das Wort EDV habe ich auch schon lange nicht mehr gehört und ich fühle mich in die Zeit meiner Kindheit versetzt. Sie drückt mir noch vor dem Schlüssel eine riesige Fernbedienung in die Hand – für den Fernseher – und nachdem sowohl meine Anfrage auf WLAN als auch auf Frühstück hin mit dem Hinweis verneint werden, dass das Hotel erst wiedereröffnet habe und das alles noch nicht ginge, gehe ich aufs Zimmer. Der erwartete Fernseher thront über der Tür, in ca. 3m Höhe befindet sich auch die dazugehörige Stromdose. Natürlich ist er abgesteckt. Nicht dass mich das stören würde, ich schaue ohnehin kein TV. Statt dessen mache ich mich auf die Suche nach Steckdosen zum Reakkumulieren meiner elektrischen Mitbringsel, deren Zahl wohl sogar ein Borg-Kollektiv zur Bewunderung bewegen würde. Jedoch bleibt meine Suche erfolglos, im ganzen Zimmer gibt es keine einzige Steckdose. Naja, bis auf die in 3m Höhe. Ich zerre also einen Stuhl herbei, stöpsle das erste Gerät an und lege es auf den Fernseher. Ha!

Morgen ist dann erstmal Ruhetag, erst am Mittwoch geht es weiter. Vermutlich werde ich trotzdem wieder Fließtext fabrizieren…

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text: +Matthias Niederhausen

via Wolfgang Niederhausen

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