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To Rome With Bike – Etappe 5 – Auf nach oben! 10. Juli 2013

Posted by impulse3 in Gesundheit, MBike, Mobile, Networking, Orte, Smartphone, Social Media, Uncategorized.
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To Rome With Bike – Etappe 5 – Auf nach oben! Route: Wien nach Mönichkirchen (555, +900)

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Um 6 Uhr wache ich ausgeruht auf – der Ruhetag macht sich deutlich bemerkbar. Zunächst wird alles wieder fein säuberlich zusammengepackt und in meinen beiden Reisetaschen verstaut. Ich mache mir danach ein kleines Frühstück, dabei bekomme ich sogar noch zwei Bananen vom Meister des Hauses gespendet, von denen ich eine sofort verzehre. Eine schwarze Katze kommt herbei und schleicht um seine Füße. Vergeblich versucht er ihr, mit „Platz“ Anweisungen zu erteilen, damit er das Futter in Ruhe in den Napf geben kann. Die Katze gewinnt den Wettstreit nach 2 Minuten und frisst den ersten Happen, der im Napf gelandet ist.

hCirca um 8 breche ich dann auf, den EuroVelo 9 zu finden. Clevererweise habe ich mir die einzelnen Zwischenstationen auf der Karte in meinem Handy markiert, so kann ich mich im Zweifelsfall vom Navi dirigieren lassen. Und das ist auch nötig, denn Wien gibt seine Gäste nicht so leicht wieder her. Den Anfang der Route finde ich noch schnell, danach geht der Spaß aber erst so richtig los. Scheinbar in alle Himmelsrichtungen werde ich nacheinander dirigiert, über üble Staubpisten, hin und her. Mein frisch geputztes Fahrrad ist schon vollkommen mit dem Staub überzogen, sehr zu meinem Ärger. Die Ausschilderung ist mangelhaft, besser als der EV9 sind die offenbar hier gleich verlaufenden „Stadtweg 7“ und weitere Lokalrouten ausgewiesen. Folgt man denen, kommt oft irgendwann auch nochmal ein EV9-Schild. Aber eben nicht immer. Hier wurde eindeutig am falschen Ende gespart (von den unwürdigen Staubpisten gar nicht zu reden). Irgendwann wird es mir zu bunt, ich schalte das Navi ein. Durch den ausgeschilderten Weg habe ich mich sogar weiter von meinem Ziel entfernt! Ich fluche – nicht nur leise – und fahre den direkten Straßenweg zur nächsten Zwischenstation. Das wiederum geht sehr gut.

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Als ich wieder auf die Eurovelo-Strecke stoße, ist sie von nun an besser ausgeschildert. Zwar fehlt immer noch ab und zu ein wichtiges Schild, insgesamt aber sind die Markierungen gut gesetzt. Es geht hauptsächlich einen flachen, aber sehr trüben Kanal entlang, später dann auch kleine Flüsschen. Einmal blockieren Enten, die mein Hirn in die Kategorie „exotisch“ einordnet, den Weg. Als ich näherkomme, weichen sie unter anklagendem Geschnatter aus. Ein ander Mal sehe ich aus der Entfernung etwas wie ein Stück Holz, was sich quer zur Strömung bewegt. Ich frage mich, ob hier wohl ein ausgebüchstes Krokodil unterwegs ist. Beim Näherkommen entpuppt es sich aber „nur“ als Biber – immerhin meine erste Sichtung in freier Natur. Andere Radler treffe ich auch auf dem Weg, nicht ganz so viele wie am Donauradweg, aber das wirkt sich auch positiv auf die Grußmoral aus. An einigen Stellen wiederum treffe ich auf keine Menschenseele. Ich habe das Gefühl, ich bin der einzige, der tatsächlich den EV9 fährt (die stärker befahrenen Teilstücke sind wieder identisch mit verschiedenen Lokalrouten). Dafür komme ich am Militärgelände vorbei, das mit vielen Warnschildern auf sich aufmerksam macht. In der Ferne höre ich etwas, was wie Schüsse klingt. Auf der anderen Seite des Weges ist ein Naturschutzgebiet, der Gegensatz gibt mir zu denken.

cMittagspause mache ich zwischen Katzelsdorf und Lanzenkirchen (cooler Name!) an einem flachen Flüsschen mit Kiesbett. Genau so hatte ich mir meine Pause heute vorgestellt! Meine Füße baumeln im Wasser, was so klar ist, dass ich befürchte, von Flusskrebsen gezwickt zu werden. Viele Anwohner nutzen hier auch in der Nähe die Gelegenheit zum Planschen, Baden oder Sonnen, worum ich sie ein wenig beneide. Allerdings kann man das ja in Dresden auch, wenn man nur will.

Beim Weiterfahren bemerke ich, dass die anfangs noch weit entfernten Berge von beiden Seiten immer näher rücken. Ich weiß ja bereits, dass mich zum Schluss der Etappe ein Anstieg von 900 Höhenmetern erwartet und so fühlen sich die nahenden Berge wie ein Vorgeschmack an. Jedoch zu Unrecht, denn der Radweg ist wirklich bis auf das letzte Stück fast vollkommen flach – sehr lobenswert. Erkauft wurde dies allerdings durch erhebliche Umwege: laut Plan sollten es insgesamt 90 km werden, am Fuße des Berges sind es dann bereits 120. Der Umweg in Wien hat hier natürlich auch sein Scherflein beigetragen. Der Schluss ist dann wirklich heftig: die 900 Höhenmeter sind auf ca. 8 Kilometer verteilt, es ist Schwerstarbeit an den Pedalen angesagt. Zwischendurch geht es sogar noch einmal runter! Noch steiler (oder mehr Gepäck, das einen nach unten zieht) und der Anstieg wäre für mich nicht mehr zu bewältigen.

iAm Ende komme ich aber glücklich und vollkommen durchgeschwitzt ich Mönichkirchen an, wo ich nach kurzer Suche die gewünschte Pension, das Gästehaus Irene (was sich allerdings zwischenzeitlich umbenannt hat) finde. Für 25 € inkl. Frühstück kehre ich zufrieden ein. Zum Abendbrot gönne ich mir im nahegelegenen Gasthof ein Paar Wildwürste mit Sauerkraut und eine Portion Kaiserschmarrn – endlich! Beides schmeckt ganz hervorragend, besonders der Kaiserschmarrn, der mir selbst noch nie derart gelungen ist. Viel ist allerdings nicht los, die meisten Gäste sind Bekannte des Wirts, die jeweils 1 Glas Wein trinken. Ich bin der erste „richtige“ Kunde, nach mir kommt noch eine – tschechische? – Großfamilie.

Für morgen geht es erstmal den Berg wieder herunter. Mich frustriert der Gedanke, dass die mühevoll erarbeiteten Höhenmeter voraussichtlich zu großen Teilen in meiner Bremse verschwinden werden.

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text: +Matthias Niederhausen

via Wolfgang Niederhausen

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