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To Rome With Bike – Etappe 8 – Rastlos in Ljubljana 14. Juli 2013

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To Rome With Bike – Etappe 8 – Rastlos in Ljubljana, Route: Celje nach Ljubljana (835 km Gesamt)

BildEines gleich vorweg: ich habe nicht gut geschlafen. Den erstaunlichen Lärm von der Nebenstraße konnte ich zwar mit dem Schließen des Fensters aussperren, nicht aber ein unregelmäßiges Tuten und Geräusche, als würde jemand die ganze Nacht schwere Gegenstände im Keller umherschieben. Dementsprechend verschlafe ich nach einigen Wachphasen gleich mal um eine halbe Stunde und bin auch nicht sonderlich munter danach.

Das Frühstück, von dem ich mir sehr wenig erwartet habe, entpuppt sich als solider, wenn auch nicht toller Start in den Tag. Es gibt – Überraschung – vier Scheiben Toast, dazu in Einzelportionen 2x Honig, 1x Marmelade, 1x Schokoaufstrich (braun und weiß gemischt!) und ein undefinierbares Döschen. Erkennen kann ich nur eine Tomate darauf, also nehme ich an, dass es eine Art Gemüseaufstrich ist. Weit gefehlt – beim Öffnen wabert mir ein Leberwurstaroma entgegen! Dafür ist der Tee ganz ausgezeichnet. Übrigens, eine interessante Erfahrung habe ich gemacht: Bestellt man Tee, folgt ja meistens die Frage, welcher es denn sein soll. Ich antworte immer mit „schwarzer“ bzw. „black“. Bis auf eine Ausnahme habe ich auf meiner Tour dann wirklich immer grünen Tee bekommen. Aber schmeckt ja auch gut.

eIch packe also wieder alles zusammen und fahre weiter. Bis zum Morgen hatte ich noch Bedenken, ob mein Fahrrad denn noch im Schuppen stehen würde. Die Sorgen sollten sich jedoch als unbegründet herausstellen. Dann mal los – für heute nur 70 Kilometer, dank der gestrigen 10.000 Extrameter. Die Fahrt läuft heute ausgezeichnet, es ist bewölkt und ein wenig kühl, aber nur im angenehmen Sinne. Laut Vorausplanung geht es wieder über ein paar Berge, nicht ganz so viele, dafür etwas höher als zuletzt. In letzter Sekunde nehme ich noch einmal eine Änderung der Route vor, um parallel zur Autobahn zu bleiben. Warum mir das der Routenplaner nicht vorgeschlagen hat, ist mir schleierhaft. Die Straße schlängelt sich elegant zwischen den Bergen durch (ich danke dem nahen Bächlein, dass hier offenbar gute Arbeit geleistet hat), ist relativ flach (oder ich habe mich schon an übelste Steigungen gewöhnt) und auch sehr ruhig. Ich treffe vielleicht alle 5 Minuten auf ein Auto. Apropos treffen: in der Gegend zwischen Celje und Ljubljana scheinen sich die Radprofis nur so zu tummeln. Was ich hier alleine am Vorabend im Hostel sitzend an Rennrädern gesehen habe, übersteigt die Gesamtzahl aller bisher gesehenen Radler überhaupt. Und auch heute sind viele unterwegs, vor allem nach 11 Uhr, als sich die Sonne langsam durchschiebt. Und sie grüßen auch ausnahmslos alle – mein Glaube an die guten Sitten ist wiederhergestellt! Um zwölf Uhr tun sich auf einmal die Berge auf und ich bin 10 km vor Ljubljana! Das ging echt fix. Allerdings gibt sich die Stadt  nach außen für Radfahrer als trutzige Festung: alle Einfahrtsschneisen sind für Radler verboten. Nach dem zweiten Versuch wird es mir zu bunt und ich fahre die 2 Kilometer auf der „verbotenen Straße“. Und die ist wirklich nicht viel anders als die vorher. So schaffe ich es schließlich bis an die Ortsgrenze, wo – oh Wunder – auf einmal ein Fahrradweg beginnt. Grrr! Von da an finde ich sehr leicht den Weg zu meiner heutigen Unterkunft, mein erster und einziger Versuch endet um 13 Uhr mit 75 Gesamtkilometern in der Vila Veselova, die im Botschaftsviertel liegt und zu einem Hostel umfunktioniert wurde. Gegen einen Aufpreis kann ich ein Vierbettzimmer für mich allein beanspruchen.

BildDa ich so früh angekommen bin und die Stadt doch verhältnismäßig klein ist (vielleicht wie Utrecht in den Niederlanden, kleiner als Dresden), bleibe ich doch nur für eine Nacht und nehme den Ruhetag dann an der Küste in Triest. Auf jeden Fall ist hier im Hostel alles sehr nett – die Einrichtung, das Personal, die Leistung. Es gibt kostenlos Tee und Kaffee sowie Sirups, Frühstück, Internet, Laptops zur Benutzung und Wäschemöglichkeit. Mein Zimmer verfügt über ein eigenes Bad und auch eine Küche, die ebenfalls mit Tee und Sirups bestückt ist – höchst löblich. Nur der Türrahmen ist sehr niedrig und so stoße ich mir mehrmals den Kopf, zuletzt richtig schmerzhaft. Aber nun gehe ich nur noch gebückt hindurch ;)

iWas ich noch beim Einchecken erfahre, ist, dass es eine „Free City Tour“ um 15 Uhr gibt, die von einem unabhängigen Verein organisiert ist. Da nehme ich dann auch dran teil und lasse mir zusammen mit etwa 10 anderen Interessenten in etwa 3 Stunden das Wichtigste zeigen und erklären. Der Tourguide hat einen Hang zum Komiker, kennt sich aber sehr gut aus und kann auch knifflige Fragen beantworten. Ich bin übrigens der einzige Deutsch(sprachig)e in der Gruppe. Wir haben Leute aus USA, Brasilien, Japan usw. Generell sind auch in der Stadt extrem viele Japaner und Engländer unterwegs, so dass ich mich frage, warum die gerade hierher kommen. Bei der Tour erfahre ich einiges über die Geschichte des Landes, wobei mein Wissensstand hierbei vorher ziemlich genau bei Null lag. Hängengeblieben ist, dass nur ein Mann, Josef Pletschnik, einen Großteil der aktuellen Architektur entworfen hat.

Danach wetze ich noch hinauf in die Burg (jetzt erklimme ich abartig steile Berge sogar schon zu Fuß!), wo ein schöner Blick auf die Stadt und eine interessante Fotoausstellung auf mich warten. Danach geht es noch in ein bereits zuvor ausgekundschaftetes Restaurant, wo es so voll ist, dass immer mehr Tische rausgestellt werden. Ich nehme eine Gurkensuppe (wie Tsatsiki, nur mit mehr Gurke, super!) und Tagliatelle mit Kürbiskernen, Steinpilzen und Schinken (alles aus dem Land). Da die Küche vom Besucheransturm überfordert ist, muss ich lange auf letzteres warten und nehme das Dessert, einen typischen Kuchen nur zum Mitnehmen. Das aus Mohn, Quark, Apfelstückchen, Honig und einer Art Blätterteig bestehende Gebäck überzeugt mich allerdings nicht, irgendwie fehlt mir da der Pfiff… Und nun heißt es ausruhen für die vorletzte Bergetappe!

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text: +Matthias Niederhausen

Etappe 1 – Ganz gemächlich 
Etappe 2 – Höhenprofil wie das EKG eines frisch Wiederbelebten
Etappe 3 – Von verlorenem Trockengut und Filettascherln
Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien
Etappe 4.1 – Über das liebe Internet
Etappe 5 – Auf nach oben!
Etappe 6 – Kernöl, Eier und Schlüsseldienst

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