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To Rome With Bike – Etappe 9 – Bella Italia! 15. Juli 2013

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To Rome With Bike – Etappe 9 – Bella Italia! Route: Ljubljana nach Teriste (940 km Gesamt)

aGut, aber zu kurz geschlafen habe ich. Zum Glück habe ich den Wecker gestellt. So komme ich rechtzeitig zum Frühstück, für mich wurde Müsli und Toast herausgestellt. Ich nehme von jedem ein bisschen und koche Wasser für den Tee auf. Ebenfalls vor der Zeit wach ist Scott aus Amerika. Er ist für vier Wochen in Europa und war vorher eine Woche in Frankreich. Ich frage ihn, warum wohl so viele Amerikaner und Japaner ausgerechnet in Slowenien unterwegs sind und er erzählt mir, dass ihm das in Frankreich empfohlen wurde, als „etwas anderes Erlebnis“. Seine Alternative war die Schweiz, aber die wäre dreimal so teuer gewesen. Nach seinem nächsten Ziel gefragt, antwortet er, dass er sich mit seiner Familie in Venedig trifft – da will ich ja auch hin! Aber er nimmt an diesem Tag den bequemen (ich denke nicht, dass er mit der Deutschen Bahn fährt) Weg per Zug. Obwohl die junge Dame am Empfang mir gesagt hatte, dass dieser erst ab 8 Uhr besetzt wäre, rangiert sie dann doch schon eine halbe Stunde vorher umher. Das Geschirr muss ich nach Benutzung hier selber waschen, da kommt WG-Feeling auf. Es passt aber zum Gesamtkonzept des „Home away from your home“. Ich verabschiede mich noch mal herzlich und mache mich wieder einmal auf den Weg.Heute soll es also nun nach Italien gehen – endlich! In etwa 110 Kilometern, denn weil ich nicht die erforderlichen 60 km/h für die Autobahn schaffe, muss ich einen größeren Umweg fahren. Die ersten 50 Kilometer fliegen geradezu dahin, obwohl es stetig bergauf geht. Doch das macht mir nichts aus – offenbar haben mich die vorherigen Etappen zumindest ein wenig gestählt? Zwei Rennradler überholen mich; dafür allerdings, dass sie kein schweres Gepäck mitschleppen, sind sie schon recht langsam, denke ich mir. Doch natürlich kommt es noch härter (hinter Godovic, ein kleiner Navigationsfehler meinerseits) und spätestens nach den ersten Serpentinen meldet mein Akku dann langsam Neuladebedarf. Aber diesen ersten, größeren Berg meistere ich noch ganz gut. Danach geht es bergab, und zwar richtig lange auf breiter, gerader Straße. Einfach ein tolles Gefühl, mühelos dahinzugleiten und das bei 50-60 km/h. Dann noch ein kleines Stück bergauf, der Wald lichtet sich und plötzlich bin ich in einer anderen Welt: die Temperatur scheint um 5 Grad angestiegen zu sein, die Sonne brennt auf der Haut und in meinen Ohren klingt schrill und tosend laut die Kakophonie der verschiedenen, überall versteckten Zikaden. Ein dicker, grüner Käfer fliegt vor meiner Nase mit kräftigem Brummen umher. Dazu der Geruch von Pinien, fast wie in der Sauna beim Aufguss. Gefühlt bin ich jetzt schon in Italien. Aber es ist nur ein Tal davor (bei Ajdovscina), eine weitere Bergkette muss ich noch überwinden, bis ich wirklich da bin.cAls ich in das Tal hineinfahre (wirklich ein lange Strecke auf toller Straße) und die ersten Gebäude von nahe sehe, verstärken auch diese noch einmal bei mir den Eindruck, in Italien zu sein, alleine schon aufgrund der leuchtend orange gedeckten Dächer. Ansonsten ähnelt der Ort aber doch noch den bisher gesehenen slowenischen Städtchen. Ajdovscina und das Tal durchquere ich schließlich mit Leichtigkeit, und nun kommt die zweite Bergkette. Tatsächlich muss ich noch einmal so hoch, wie ich bereits war. Blödes Tal! Ich quäle mich die Serpentinen hinauf, durch die verschiedenen kleinen Dörfer und wundere mich, warum hier die Maibäume immer noch stehen.Danach beschließe ich, erst einmal Rast zu machen und suche mir wieder ein schönes Fleckchen am Wasser, was ich mit einer Furt an einem kleinen Bach auch recht bald finde. Die Wasserläufer, die sich hier herumtreiben, sind bestimmt 3x so groß wie die daheim. Auch Kaulquappen schwimmen durch das kristallklare Gewässer und verstecken sich an den Steinen. Gut eine Stunde erhole ich mich an diesem schönen Ort.hWie immer nach einer längeren Pause sind meine Beine nun schwer wie Blei. Die verbleibenden Anstiege sind eigentlich nicht so schlimm, aber mir ist nun jeder Höhenmeter zuviel. Zum Glück gibt es Schatten von dem umliegenden Bäumen und später bedecken auch ein paar dahinziehende Wolken dankenswerter Weise die Sonne, während ich mich einige Hügel hinaufschnaufe. Ich treffe auch noch auf einen verloren wirkenden, älteren Engländer, der ebenfalls mit der lokal üblichen Minimalbeschilderung kämpft und einen Ort „Krane“ oder in der Art sucht. Mit meinem Navigationsgerät finden wir den – hoffentlich richtigen – Ort „Krajna vas“ und ich weise ihm die Richtung. Hoffentlich ist er gut angekommen. Die Orte sind nun mit deutlich italienischem Einschlag, engen, sich windenden Gassen, vielen Bögen, etc. Doch es sind noch 5 Kilometer, bis ich endlich italienisches Gebiet erreiche, mehr oder weniger am Gipfel der Bergkette. Von nun an geht es nach Triest nur noch bergab, eine Wohltat für meinen geschundenen Körper. Ich rolle bestimmt 20 Minuten bergab, bis ich endlich ankomme. Hier ist es nochmal heißer als in dem Tal zuvor. Dafür finde ich das am Vorabend noch flugs gebuchte „Hotel Centrale“ (es liegt wirklich zentral) rasch und kann nach 119 Kilometern endlich einchecken. Viel länger hätte ich auch nicht mehr durchgehalten, sowohl mein Wasser als auch der Eistee waren vollkommen aufgebraucht und ich ausgetrocknet.

Nach dem obligatorischen Duschen ziehe ich noch ein wenig durch die Stadt – das Licht ist fantastisch, ebenso wie die Architektur und probiere natürlich sofort das lokale Eis – gleich drei Mal. Und ungelogen, italienisches Eis ist wirklich eine Wucht: in das Zitroneneis könnte ich mich glatt reinlegen. Morgen nehme ich davon bestimmt 4 Kugeln oder so. Dafür brauche ich jetzt nur noch ein kleines Abendbrot – und anderthalb Liter Cola. Normalerweise würde ich solch eine Menge nur mit Mühe austrinken, aber nach dem heutigen Tag könnte ich leicht noch viel mehr zu mir nehmen. Den Ruhetag habe ich mir nun redlich verdient.

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text: +Matthias Niederhausen

Etappe 1 – Ganz gemächlich

Etappe 2 – Höhenprofil wie das EKG eines frisch Wiederbelebten

Etappe 3 – Von verlorenem Trockengut und Filettascherln

Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien

Etappe 4.1 – Über das liebe Internet

Etappe 5 – Auf nach oben!

Etappe 6 – Kernöl, Eier und Schlüsseldienst

Etappe 7 – Auf ins Unbekannte

Etappe 8 – Rastlos in Ljubljana

Etappe 9 – Bella Italia!

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