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To Rome With Bike – Etappe 10 – On the road, again 16. Juli 2013

Posted by impulse3 in Uncategorized.
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To Rome With Bike – Etappe 10 – On the road, again, Route: Triest nach San Michele al Tagliamento (1038 Km Gesamt)

Ich wache pünktlich und gut erholt auf, das ist doch immer wieder was Schönes. Da ich heute zeitig beim Frühstücksbuffet erscheine, kann ich sogar noch eines der seltenen Schokocroissants abgreifen, das schmeckt recht gut. Was ich gar nicht leiden kann bei Frühstücksbuffets: Teebeutel in Kombination mit winzigen Tassen – da dauert das Ziehenlassen ja ein Vielfaches des Trinkens! Was ich gut finde: in dem Fall Kännchen anzubieten, in denen man den Tee dann aufgießt (check!). Schlecht ist es dann wieder, wenn heißes Wasser nur aus der Nespresso-Maschine kommt und man das Kännchen nur mit einer Kombination aus unglaublicher Fingerfertigkeit und roher Gewalt so positionieren kann, dass das Wasser auch reingeht Wenn ich jetzt daran denke, wäre es sogar wohl noch einfacher gewesen, das Wasser durch den dünnen Hals des Kännchens hineinzubekommen…

eAber gestärkt und auch zeitlich nach Plan kann ich nun starten. Am Vorabend habe ich noch fix eine Unterkunft in einem Bauernhof gebucht – auch mal was anderes. Dadurch habe ich heute nicht 100, sondern nur 90 Kilometer zu bewältigen. Die verbleibenden 10 kommen dann halt morgen zu den 70 nach Venedig dazu – ein sinnvoller Kompromiss, wie ich finde. Ab jetzt ist bis auf eine Etappe auch das Terrain nur noch flach. Und wenn man nicht genug Herausforderungen hat, macht man sich halt welche. So kämpfe ich mich noch den Weg zum Leuchtturm – dem Faro della Vittoria, einem weiteren Wahrzeichen Triests – empor. Leider kann man nicht wirklich nahe ran, sondern muss ihn von einer Straße unten betrachten. Ansonsten verläuft die heutige Etappe reichlich unspektakulär, es gibt auch nicht so viel zu sehen, obwohl ich extra einen Umweg über die Insel Grado mache. Auf jeden Fall kann man hier schön Strandurlaub machen oder golfen. Auf dem Weg dahin gibt es immer mal wieder am Wegesrand Stände, die frisch gepflückte Pfirsiche verkaufen – Pfirsiche! Ich kaufe für 70 Cent zwei Stück, die ich dann später zum Mittag genießen werde. Und wie die schmecken! Saftig, aber nicht so matschig wie bei uns, sondern genau bissfest. Ich ziehe in Erwägung, wieder öfter Pfirsiche zu kaufen.

Ansonsten ist die heutige Etappe auch ein wenig Balsam für’s Ego. Auf der Strecke kommen mir viele Rennradler entgegen, eine Gruppe sieht aus wie das Team Telekom. Und dann überhole ich mühelos mit meinen schweren Packtaschen eine Gruppe, die angestrengt ebenfalls in meine Richtung fährt- ach wie ist das schön! Ein älterer Herr, ebenfalls zu Rennrad, verfolgt mich einige Kilometer im Windschatten, nachdem ich an ihm vorbeigezogen bin. Irgendwann ist er dann abgebogen. Schade eigentlich, den entgegenkommenden Radlern ist die Verwirrung über dieses ungleiche Team in Leuchtbuchstaben auf die Stirn geschrieben.

Ich fahre gemütlich weiter, als mich plötzlich ein Geräusch aus den Gedanken reißt – Bzzt, Bzzt, Bzzt! Offenbar hat sich irgendein Grashalm oder Blattwerk im Rad verfangen und reibt jetzt bei jeder Umdrehung an meinen Nerven. Aber anhalten ist gerade schlecht, rechts ist eine Leitplanke und so fahre ich weiter in der Hoffnung, dass sich der Übeltäter von selbst wieder entfernt. Als es nach einem Kilometer immer noch summt und ich anhalten kann, suche ich beide Räder an – nichts! Ich drehe das Hinterrad langsam – Bzzzzzt. Bei genauerem Hinsehen entdecke ich einen langen Metallspieß, ähnlich wie eine Haarnadel, der tief und spektakulär aufgerichtet im Reifen steckt und so am Schutzblech reibt. An dieser Stelle bin ich wieder einmal froh über meine Entscheidung für die Marathon-Plus-Reifen – bei jedem anderen Reifen wäre das Rad jetzt garantiert platt. Tip-top!

fKurz bevor ich an meinem Ziel ankomme, lande ich in einem Stau. Mit dem Fahrrad. Ich schlängle mich an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbei bis zur Ursache des Verkehrshindernisses: offenbar wollte ein Auto überholen, dabei ist ein anderes entgegengekommen und beide haben sich gestreift und sind im Graben gelandet. So zumindest deute ich die Blechschäden und die gestikulierten Schilderungen des Feuerwehrmannes, der die Unfallstelle absichert. Ich erzähle ihm dafür in Ortsnamen von meiner Radtour, was ihn sichtlich beeindruckt. Nachdem beide Autos aus dem Graben gezogen wurden, darf ich durch – noch lange vor allen anderen ;)

g

Am Bauernhof angekommen, fällt sofort auf, dass hier in großem Stile Wein verkostet und verkauft wird, denn überall sitzen angeheiterte oder stille Gestalten und nippen an Weingläsern. Außerdem stehen jede Menge Weinkisten am Rand des Raums. Nun gestaltet sich schließlich doch zum ersten Mal auf meiner Reise die Kommunikation als wirklich schwierig: ich spreche kaum ein Wort Italienisch, die beiden anwesenden Damen kaum ein Wort in einer anderen Sprache. Nun gut, damit war ja zu rechnen. Mit der Reservierungsbestätigung auf meinem Tablet kann ich ihnen schließlich klarmachen, dass ich nicht nur übernachten will, sondern eine gültige Reservierung habe. Woraufhin sie in ihren Belegungsplan gucken, „Matthias?“ fragen und ich dies bejahe. Warum nicht gleich so? Nach der Dusche lege ich mich erstmal zum Lesen kurz aufs Bett und schlafe tatsächlich ein. Dabei war es heute doch gar nicht so anstrengend? Als ich später zum Abendbrot gehe, ist eine andere Bedienung anwesend, die zwar nicht mehr Englisch spricht, aber mit der die Kommunikation viel besser klappt. Ich lasse mir eines der ausgestellten Bruschettas, die etwa so groß sind wie eine kleine Pizza – die schwierige Wahl fällt schließlich auf Mozzarella-Salami – überbacken und servieren. Und was soll ich sagen – es schmeckt einfach wunderbar!

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text: +Matthias Niederhausen

Etappe 1 – Ganz gemächlich

Etappe 2 – Höhenprofil wie das EKG eines frisch Wiederbelebten

Etappe 3 – Von verlorenem Trockengut und Filettascherln

Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien

Etappe 4.1 – Über das liebe Internet

Etappe 5 – Auf nach oben!

Etappe 6 – Kernöl, Eier und Schlüsseldienst

Etappe 7 – Auf ins Unbekannte

Etappe 8 – Rastlos in Ljubljana

Etappe 9 – Bella Italia!

Etappe 9.1 – Triest und die Ernährung

Kommentare»

1. Rita Vuia - 17. Juli 2013

Wiedermal schön anschaulich bereichtet. Jetzt nicht Ferien auf dem Bauernhof aber schlafen! Gute Weiterfahrt!


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