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To Rome With Bike – Etappe 13 – Darf’s ein bisschen mehr sein? 21. Juli 2013

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To Rome With Bike – Etappe 13 – Darf’s ein bisschen mehr sein? Route: Ferrara nach Loiano (1340 Km Gesamt)

Heute beginne ich direkt mal mit dem Frühstück. Es wird ein – wirklich frisches – Croissant serviert. Übrigens packen die Italiener immer die Marmelade schon IN das Croissant. Das hat mehrere Nachteile für mich: 1) Wie beim Pfannkuchen hat man meist Pech mit der Verteilung. 2) Ich mag lieber Honig zum Croissant. 3) Die Marmelade ist meist nicht besonders toll. Aber bei diesem war alles gut. Danach gibt es aber nur noch Zwieback. Ich muss schon wieder an Schiffsreisen und Skorbut denken.

Die Fahrt durch die Emilia-Romagna, so heißt das Gebiet um Bologna, ist wieder recht ereignislos. Meine Straßenwahl war gut, so dass ich nur auf relativ wenig Autos treffe. Außerdem sind es nur 50 Kilometer bis Bologna, so dass ich schon vor dem Mittag dort eintreffe. Die direkt dahinter beginnenden Berge tauchen erst auf, als ich schon in der Stadt bin, an diesem Tag ist es irgendwie seltsam diesig.

fNun habe ich schon die Tage zuvor Überlegungen angestellt, ob ich tatsächlich in Bologna halte, oder lieber schon ein wenig von der nächsten Bergetappe hinter mir lassen will. Die von mir konsultierten Internetquellen bescheinigen Bologna einen exzellenten Ruf in kulinarischer Hinsicht, mit Sehenswürdigkeiten wäre aber nicht so viel los. Aber da war ich noch unentschlossen. Als ich durch die Stadt fahre, reift die Entscheidung dann schließlich heran: muss nicht sein. Also weitergefahren! So bedauerlich es ist, dass ich die Tour alleine fahre, in solchen Momenten ist der fehlende Abstimmungsbedarf echt von Vorteil, schließlich ist die Entscheidung keine geringe. Nun geht es also langsam in die Berge. Ich weiß noch, dass ich auf der nächsten Etappe – also die, die ich jetzt vorziehe – bis auf 900 Höhenmeter hinauf muss und die Steigung stetig, von Anfang an, erfolgt. Es gibt Abschnitte, da kann ich die Steigung problemlos nehmen, an anderen Stellen (Hallo, liebe 13%-Berge!) ist es wieder eine Schwank- und Schleichfahrt. Nicht hilfreich dabei sind auch die hochgetunten Motorradfahrer, die so eng um die Kurven preschen, dass sie fast den Boden – und mit ihren Helmen mich – berühren.

gSpäter kommt es schließlich zum ersten Unfall auf meiner Tour – ein übler Sturz! Und zwar aus dem Stehen! Glück im Unglück: nicht ich bin gestürzt, sondern „nur“ mein Handy. Jetzt wird es von einem raffinierten Spinnennetzmuster geziert. Noch mehr Glück: es funktioniert ansonsten noch, d.h. ich verfüge weiterhin über Internet und Navigation.

Eigentlich will ich dann auch bald die Etappe beenden, es gibt nur ein Problem: ich finde keine Unterkunft. Ja, so ist das mit dem Abenteuer, aber ich habe es ja so gewollt. Also immer stetig bergan, durch verschiedene Dörfer, aber keines hat eine Pension oder ein Hotel. Nichtmal Privatzimmer! Dafür mehrere Altersheime – ich hätte gar nix gegen ein Generationenwohnen. Aber die Heime sind gesichert wie Gefängnisse. Und weiter geht’s… Ich habe heute zwar – eher zufällig – 1l Wasser mehr mitgenommen, aber auch das geht nun zur Neige und ich mache mir langsam Sorgen. Durch den Anstieg schwitze ich enorm und genauso kommt auch der Durst. Beruhigen kann ich mich mit der Notoption, bei wildfremden Menschen um Wasser zu betteln.

j

Dann kommt ein Schild „Residenz“ und darunter „multi language“. Yeah, endlich was gefunden! Aber es ist wieder – ein Altersheim. Dann ist bei mir der Punkt erreicht, wo ich fast alles bereit bin, hinzunehmen. Und im nächsten Ort Loiano ist tatsächlich groß ein Hotel ausgeschildert, in das ich sogleich einkehre – für 50 Euro die Nacht. Die zwei kleineren Schilder daneben mit „Bed & Breakfast“ und „Apartment“ habe ich gar nicht mehr gesehen…

Das Hotel kommt mir zwar auch wie ein Altersheim vor – alle Gäste, die ich gesehen habe (ca. 15) sind mindestens 65 Jahre alt – aber es ist recht schmuck und von der Dachterrasse hat man einen fantastischen Ausblick. Naja, ich habe ja schon öfters für einen guten Ausblick bezahlt, also nehme ich’s sportlich. Ich gehe nach der erquickenden Dusche noch in den Ort, um neue Vorräte einzukaufen und dabei löst sich meine Vorstellung von einem ereignislosen Abend auf: im Ort ist bis morgen ein Festival, es gibt unzählige Marktstände, lokale kulinarische Genüsse und Livemusik. Ich nehme aber nur etwas zu essen (hab gar nicht so viel Hunger) und mache mir dann doch einen ruhigen Abend und wasche nur noch meine Sachen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an meine gute Freundin Oksana für den Handtuchtipp – funktioniert erstklassig!

Insgesamt habe ich heute 89 statt 50 Kilometer hingelegt und bin bei 700 Höhenmetern gelandet, da kann man schon mal zufrieden sein! Morgen wird’s dafür umso leichter und ich habe mehr Zeit für das schöne Florenz…

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text und Bilder: +Matthias Niederhausen

Etappe 1 – Ganz gemächlich

Etappe 2 – Höhenprofil wie das EKG eines frisch Wiederbelebten

Etappe 3 – Von verlorenem Trockengut und Filettascherln

Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien

Etappe 4.1 – Über das liebe Internet

Etappe 5 – Auf nach oben!

Etappe 6 – Kernöl, Eier und Schlüsseldienst

Etappe 7 – Auf ins Unbekannte

Etappe 8 – Rastlos in Ljubljana

Etappe 9 – Bella Italia!

Etappe 9.1 – Triest und die Ernährung

Etappe 10 – On the road, again

Etappe 11 – Ahhh, Venedig!

Etappe 11.1 – Gleißendes Venedig

Etappe 12 – Zu den schnellen Autos

Kommentare»

1. Rita Vuia - 21. Juli 2013

Und jetzt bekommst Du auch noch einen Gruß – nein nicht vom Altersheim – aber von einer fast 67-jährigen „Mitfahrerin!🙂
Gute Weiterfahrt!


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