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To Rome With Bike – Etappe 16 – Küste und Wüste 25. Juli 2013

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To Rome With Bike – Etappe 16 – Küste und Wüste | Route: Montenero nach Grosseto (1785 km Gesamt) 

a Ach, das liebe Frühstück! Ich glaube, mit dem italienischen Standard werde ich nicht mehr glücklich. Um 7:30 bin ich wieder einmal ganz allein am mageren Buffet – ideal, um die besten Happen zu greifen. Los geht’s mit einem Tee. Ach nein, wieder nur kleine Tassen. Also parallel gleich zwei Tassen aufgebrüht. Zwar schaudert es mich ein wenig angesichts der Teebeutelverschwendung, aber wegen jedem Schluck nochmal neu ziehen lassen, ist mir dann auch zu aufwendig. Dann gibt es noch Cornflakes – wohlgemerkt die billigsten, die aufgrund ihrer geringen Masse schon fast als Heliumersatz durchgehen. Und Fruchtsalat, von dem ich mir vorsichtig die Stücke ohne Melonenkerne und zwei der drei ganzen Erdbeeren herauspicke. Der ebenfalls vorhandene Blutorangensaft ist hingegen vorzüglich. Da ich meinen letzten Bericht erst an diesem Morgen fertigstelle, komme ich heute erst nach halb 10 zum Start.

eObwohl ich gestern weiter gefahren bin als angedacht, ist auch die heutige Etappe mit 135 km länger als vorgeplant. Ich zweifle noch ein wenig an den Berechnungen des Navi, doch zu Unrecht, wie sich herausstellen soll. Dafür ist die Fahrt an sich recht unspektakulär. Es geht an der Steilküste entlang, was mich an die Cote d’Azure erinnert, auch überall Leute, die in die Buchten hinabklettern, nur nicht ganz so hübsch rote Felsen. Später geht es dann durch Gebiete, die durchaus den Begriff Wüstenei verdienten, wären da nicht überall die Weinhänge. Da fragt man sich direkt, warum das nicht alles verdörrt ist – und die Frage ist berechtigt. Auf den Straßen kreuze ich viele Flüsse und Bäche (alle ausgeschildert), aber nur die wirklich großen sind zu sehen. Die allermeisten jedoch sind vollkommen ausgetrocknet. Dies war mir bereits auf den vorherigen Etappen aufgefallen, allerdings hielt ich es für ein lokales Problem. Auch in Florenz gingen am zweiten Tag die öffentlichen Brunnen, an denen ich meine immer mitgeführte Wasserflasche aufgefüllt habe, nur noch sehr schwer bis gar nicht. Vermutlich bekommt Italien bald ein großes Problem, wenn es nicht regnet. Auf Regen in den nächsten Tagen wiederum hoffe ich – mal ganz egoistisch – überhaupt nicht!

cEine tolle Sache sind auf jeden Fall die Gerüche unterwegs. Mal riecht es nach Pinien, dann wieder nach Rosmarin – der wächst dort wie bei uns diese garstigen, stacheligen Sträucher auf den Schulhöfen – dann wieder intensiv nach Heidelbeeren und schließlich noch süßlich. Ich brauche eine Weile, bis ich den Geruch als Mandeln einordnen kann. Die wilden Mandelbäume hier blühen jetzt alle und verströmen diesen Geruch, der mich an Jahrmarkt erinnert.

Kurz vor Schluss gibt es doch noch ein Ereignis: Es fliegt mir irgendein irres Insekt ins Gesicht, bzzzt wie verrückt und beißt/sticht/sonstwas mich und fliegt wieder weg. Und das alles im Bruchteil einer Sekunde! Die Stelle brennt zunächst wie verrückt, aber nach 10 Minuten geht das Brennen dann langsam weg. Zuletzt: Das Hotel für heute (vorgebucht!) liegt praktisch schon außerhalb der Stadt Grosseto, die offenbar viel Militär beherbergt, denn ich sehe einige Kasernen und Übungsplätze sowie Kampfjets. Dafür ist das Abendmenü im Hotel ein super Angebot – 5 Gänge und Getränk für 18 Euro. Und keine kleinen Portionen, das kommt bei mir nach der langen Etappe gut an!

Und jetzt nutze ich gleich die Gelegenheit, um noch ein paar Dinge zu kommentieren, die mir in Italien aufgefallen sind, insbesondere im Straßenverkehr:

  • Die Regelung, dass immer am Zebrastreifen für Fußgänger anzuhalten ist, sorgt häufig für blöde Situationen: will der Typ jetzt über die Straße oder nicht? Dann bleibt der ganze Verkehr wegen nichts stehen.
  • Es gibt Kreuzungen, da haben ALLE ein Stoppschild. Was soll das denn bitte?
  • Insbesondere in Pisa, aber auch generell gibt es viele Einbahnstraßen. Häufig kommt man in die Situation, wo praktisch jede Richtung verboten ist bis auf eine (in die man nicht will). Fährt man dann trotzdem da lang, darf man auch an den nächsten 3 Kreuzungen nur geradeaus.
  • Autofahrer fahren nach links, damit man sich als Fahrradfahrer nach vorne schlängeln kann. Sehr löblich.
  • Die wenigen Fahrradwege starten und enden grundsätzlich abrupt – wer nicht 100% bei der Sache ist, hat schon verloren.
  • Alle Verkehrsregeln sind eigentlich egal, es hält sich niemand an Tempolimits, Fahrverbote oder sonst irgendwas. Rote Ampeln gelten nur an wirklich frequentierten Kreuzungen.
  • Pizza und Pasta sind nicht schlecht, aber bisher keinesfalls die Offenbarung, die ich erwartet hatte. Interessanterweise sehen viele Italiener diese auch nur als „minderwertige“ Speise an. Dafür lautet mein Geheimtipp: frische Früchte (Pfirsiche!) und natürlich das (Zitronen)eis. Ich bin allerdings noch für Rom-Tipps offen, um mich zu überzeugen!
  • „Sinistra“ bedeutet „links“. Da bekommt das bedrohliche englische Wort „sinister“ gleich einen ganz neuen Hintergrund.
  • Es gibt an jeder Ecke (volle) Kneipen, die nebenbei noch Lebensmittel aller Art verkaufen.
  • Früchte nimmt man nur im Supermarkt selber (dann aber wiegen!). Ansonsten sagt man was man will und der Verkäufer übernimmt das Handgreifliche.
  • Das Weißbrot schmeckt irgendwie seltsam, ich weiß auch nicht wieso.
  • Man gibt kein Trinkgeld. Auch nett. Dafür bezahlt man den Service als Rechnungspunkt (coperta). Ist aber praktisch immer nur so 2 €.
  • Von 13 bis 14 Uhr scheinen fast alle Autos von den Straßen zu verschwinden. Ist richtig unheimlich, aber sehr entspannend zu fahren.

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text und Bilder: +Matthias Niederhausen

Etappe 1 – Ganz gemächlich

Etappe 2 – Höhenprofil wie das EKG eines frisch Wiederbelebten

Etappe 3 – Von verlorenem Trockengut und Filettascherln

Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien

Etappe 4.1 – Über das liebe Internet

Etappe 5 – Auf nach oben!

Etappe 6 – Kernöl, Eier und Schlüsseldienst

Etappe 7 – Auf ins Unbekannte

Etappe 8 – Rastlos in Ljubljana

Etappe 9 – Bella Italia!

Etappe 9.1 – Triest und die Ernährung

Etappe 10 – On the road, again

Etappe 11 – Ahhh, Venedig!

Etappe 11.1 – Gleißendes Venedig

Etappe 12 – Zu den schnellen Autos

Etappe 13 – Darf’s ein bisschen mehr sein?

Etappe 14 – Schluss mit bergig!

Etappe 14.1 – Zwischenfazit

Etappe 15 – Die schiefe Gastfreundschaft von Pisa

Kommentare»

1. Rita Vuia - 25. Juli 2013

Ja an die „Verkehrsregeln“ in Italien muss man sich gewöhnen und anpassen, sonst lebt man gefährlich. Es gilt, alles ist verboten und alles ist erlaubt! Die Stopp-Kreuzung erinnert mich an die USA, das gibt es fast ausschließlich Stopp-Kreuzungen nur dass da keine Stopp-Schilder stehen. Jeder weiß es. Wer zuerst da war darf als erstes fahren. Ich wurde auch schon in Italien angehupt, weil ich an einer toten Ampel tatsächlich stehen geblieben bin.Warum sie überhaupt Ampeln haben ist mir ein Rätsel. Mit dem Frühstück wird sich nichts ändern weil man in diesen Ländern eigentlich nicht frühstückt. Deshalb ist denen das nicht so wichtig. Für mich ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit vom Tag. Auf alles andere könnte ich dann verzichten aber wenn mir einer mein Frühstück verdirbt ist mein Tag gelaufen. Passiert zum Glück sehr selten. Ich wünsche weiterhin eine gute Weiterfahrt.


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