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To Rome With Bike – Etappe 17 – Etruskische Pfade 26. Juli 2013

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To Rome With Bike – Etappe 17 – Etruskische Pfade | Route: Grosseto nach Tarquinia (1950 km Gesamt) 

bUm 7 Uhr aufgewacht, fällt mir ein, dass ich die Strecke für heute nicht noch einmal kontrolliert habe. Und tatsächlich führt mich die Route wieder über eine Superstrada. Die hat sogar einen richtigen Namen, Via Aurelius. Klingt ja ziemlich herrschaftlich. Einen Teil kann ich noch umlegen, um der Schnellstraße zu entgehen, doch für zwei kürzere Abschnitte gibt es keine Ausweichmöglichkeit. Ein wenig unruhig bin ich deshalb schon, allerdings soll hier auch der Eurovelo langführen, also muss es ja irgendwie gehen. Während der Kontrolle merke ich, dass einige Ameisen im Bett herumkrabbeln und wundere mich darüber. Beim Einpacken meiner Taschen bemerke ich dann das ganze Ausmaß der kleinen Tierchen: Legionen römischer Ameisen haben sich über mein Früchtebrot hergemacht! Es sind so viele, das ich das Früchtebrot aufgebe und in den Müll entsorge. Zum Glück hat sie die Leckerei weitgehend von meinen anderen Vorräten ferngehalten.

Nun will ich auch etwas essen und am Frühstücksbuffet werde ich positiv überrascht. Ich bekomme auf Wunsch Tee – im Kännchen! – serviert und es gibt Schokoflakes als Müsli. Die passende Milch wird ebenfalls auf Wunsch nachgeliefert. Dazu gibt es noch diverse Kuchen auf Rührteigbasis, aber danach steht mir der Sinn nicht zum Frühstück.

Punkt 9 Uhr bin ich schließlich soweit und kann starten. Durch die Lage des Hotels begünstigt, bin ich schnell auf der richtigen Strecke, die sogar als Radwanderweg ausgeschildert wird, zumindestens bis Capalbio. Der Weg ist hügelig, aber nicht so fies wie bei vorherigen Etappen. Und hier ist die Landschaft nun wirklich so, wie ich mir Italien immer vorgestellt habe: sanfte Hügel, mit Olivenbäumen und Zypressen bewachsen und mitten darin immer mal ein herrschaftliches Haus. Viele davon weisen sich als „Agriturismo“ aus, man kann da also auch übernachten, auch wenn ich von der gestrigen Recherche weiß, dass dies durchaus seinen Preis hat.

An einer Stelle hinter Magliano finde ich endlich wieder einen Wasserspender, an dem ich mich eifrig bediene. Dabei kommt mir ein Rennradler entgegen und hält ebenfalls zur Auffrischung an. Auf italienisch fragt er mich, ob ich nach Rom wolle, was ich bejahe. Und dann gibt er mir genau die Informationen, die mir gefehlt hatten: dass man die Superstrada für ein paar Kilometer fahren müsse, dass das aber geht und vor allem nimmt er mir meine größte Sorge für den kommenden Tag: vom früheren römischen Hafen Civitavecchia geht nur die SS-Straße nach Rom, parallel gibt es noch die Autobahn. Und auf dieser Strecke kann man die Via Aurelius wohl problemlos benutzen – super!

Hinter Capalbio geht es dann ums „Umkreisen“ der SS-Straße. Dabei fahre ich auch (befestigte) Feldwege und wieder einmal komme ich ins Staunen, denn hier liegen überall Melonen herum! Die meisten davon sind richtig gigantisch, einige liegen auch schon zerplatzt und ausgefressen da. Sowohl Wassermelonen als auch Galiamelonen (die heißen in Italien einfach nur „Melone“) finden sich hier. Und natürlich verbreiten sie auch ihren Geruch, der bei der Hitze äußerst verführerisch wirkt. Aber sie sind ja nicht kühl! Wenn es überhaupt geht, muss es heute noch heißer als gestern sein, mein Wasserverbrauch ist enorm. Umso willkommener ist mir ein kurzer Abschnitt unter großen Pinien – herrlich angenehm. Zur Mittagspause gönne ich mir dasselbe wie schon am Tag zuvor: mitgeführten Büffelmozzarella! Den gibt es hier bei jedem Penny, Lidl oder Spar (das sind so die einzigen großen Ketten, die ich gefunden habe) in mehrfacher Ausfertigung für vergleichsweise kleines Geld. Komisch nur, dass ich noch keinen einzigen Büffel unterwegs gesehen habe. Müssen wohl sehr scheue Tiere sein, oder sich bei Gefahr einbuddeln. So wie die süßen Eidechsen überall, die immer schnell weghuschen.

Die Strecken auf der Superstrada erweisen sich schließlich als relativ harmlos – fast wie eine Landstraße. Komisch, dabei ist dieselbe Straße hinter Grosseto als Autobahn ausgeschildert. So richtig schlau werde ich aus dem System nicht. Ganz am Ende gibt es nochmal einen ordentlichen Berg, denn das heutige Etappenziel Tarquinia liegt auf einer Anhöhe. Doch kurz vor dem Ziel kann ich noch genug Kräfte mobilisieren, so dass ich zwar verschwitzt, aber nicht erledigt ankomme.

eDer Empfang im „Camere del Re“ könnte freundlicher nicht sein und mein Zimmer ist auch richtig groß und schön – das hätte ich nicht gedacht. Auch die Stadt ist ein absoluter Geheimtipp. Als alte Etruskerstadt haben sich hier 3000 Jahre Geschichte angesammelt, die man teils heute noch bestaunen kann. Auch eine Nekropolis gibt es, allerdings komme ich hier zu spät für einen Besuch =( Die örtlichen Souvenirshops haben sich auf etruskisch inspirierte Tonware spezialisiert, die für mich aussieht, als wären es Originalfunde aus alten Gräbern, die man so nur aus Geschichtsbüchern kennt – wirklich schick, beispielsweise die Öllampen. Die Kirchendichte in der Altstadt sprengt jegliche Vorstellungskraft! In einer der ältesten, nur noch für Zeremonien genutzten Kathedrale treffe ich auf einen Einheimischen, der mir viel zur Geschichte des Ortes und der Kirche verraten kann. Beispielsweise, dass unter der Kirche eine Krypta mit griechischem Tempel vermutet wird, den Zugang aber noch niemand geöffnet hat!

jZum Abendbrot wurde mir noch das Restaurant „Al Butto Medioevala“ empfohlen, welches diese Empfehlung auch verdient – für 16 Euro speise ich fürstlich mit drei Gängen und Getränk!

Statistik

  • Strecke: 104/100 km
  • Gesamtstrecke: 1922/1950 km
  • Fahrzeit: 5:08 h
  • Wetter: sonnig
  • Verfassung: gut

Die Route ist hier zu finden http://www.bikemap.net/de/route/398517-route-du-sud/#/z5/46.46813,13.40332/Terrain

Text und Bilder: +Matthias Niederhausen

Etappe 1 – Ganz gemächlich

Etappe 2 – Höhenprofil wie das EKG eines frisch Wiederbelebten

Etappe 3 – Von verlorenem Trockengut und Filettascherln

Etappe 4 – Spazierfahrt nach Wien

Etappe 4.1 – Über das liebe Internet

Etappe 5 – Auf nach oben!

Etappe 6 – Kernöl, Eier und Schlüsseldienst

Etappe 7 – Auf ins Unbekannte

Etappe 8 – Rastlos in Ljubljana

Etappe 9 – Bella Italia!

Etappe 9.1 – Triest und die Ernährung

Etappe 10 – On the road, again

Etappe 11 – Ahhh, Venedig!

Etappe 11.1 – Gleißendes Venedig

Etappe 12 – Zu den schnellen Autos

Etappe 13 – Darf’s ein bisschen mehr sein?

Etappe 14 – Schluss mit bergig!

Etappe 14.1 – Zwischenfazit

Etappe 15 – Die schiefe Gastfreundschaft von Pisa

Etappe 16 – Küste und Wüste

Kommentare»

1. Rita Vuia - 26. Juli 2013

Da ist ja wieder alles gut gelaufen. Ich bin immer froh, wenn er ohne Unfall am Ziel ankommt! Gute Weiterfahrt und ich freue mich schon auf den nächsten Bericht!


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